Spanischbrödlis heissen so, weil sie einst
aus dem spanischen Herrschaftsbereich in den allemannischen Raum
kamen, vermutlich bereits im 17. Jahrhundert. Wenn man der
recherchierbaren Geschichte traut, sind die Badener aber erst im
Jahr 1714 so richtig neugierig geworden auf die Süssigkeit.
Damals tagte der Friedenskongress zum Spanischen Erbfolgekrieg
in Baden, und die Spanier müssen ihre Brödlis mitgebracht, das
Rezept anschliessend dagelassen haben.
Das Spanischbrödli
nach streng geheimer Rezeptur (Foto: Wolfgang Fassbender)
Später geriet das Spanischbrödli wieder in Vergessenheit.
Beinah jedenfalls, denn seit 2007 wird das Gebäck, dessen
genaues Rezept streng geheim ist, wieder regelmässig
hergestellt. Von genau vier Bäckereien. Ich habe das Brödli der
Linde verkostet, und das hat es in sich: Haselnüsse, Rüebli,
buttrigen Blätterteig (so viel ist bekannt!) und was weiss ich
noch zusätzlich. Eigentlich hätte ich, als korrekt arbeitender
Journalist, ja in allen vier Badener Konditoreien Brödlis
erwerben und zwecks Feststellung der besten geschmacklichen
Eigenschaften gegeneinander probieren müssen. Aber um ehrlich zu
sein: Dermassen viele Brödlis hätte ich nicht geschafft, denn
leicht ist diese Delikatesse weiss Gott nicht.
Apropos Spanien. Ich hatte noch einen Rest Pedro-Ximenez-Sherry
übrig. Der passte mit seiner dicken Süsse hervorragend zum
Badener Luxusimbiss, auch wenn man anschliessend besser zu Bett
geht als wieder an den Schreibtisch.
PS: Das Spanischbrödli existiert auch in einer salzigen
Variante. Probiert habe ich die bislang aber noch nicht.